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Ergebnisse Lauf 6
03.06.2023 ELE-Retro Rallye / NL

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Peter Laufer & Michel Laufer 

Zuallererst

einmal ist an dieser Stelle anzumerken, dass es natürlich sehr bedauerlich war, dass von ursprünglich 6 interessierten, bzw. sogar eingeschriebenen Teams nur wirklich zwei bei der Ele-Retro-Rallye angetreten sind. Jan Harmsen hat sich im Vorfeld als Verantwortlicher, wahnsinnig viel Arbeit mit der gesamten Organisation und der Integrierung der Retro-Rallye in den Lauf der Ele-Rallye gemacht und wurde letztendlich dann so enttäuscht.  Es wurde doch wohl schon länger von den HRC-Mitgliedern gewünscht und auch noch auf dem Jahrestreffen vielstimmig begrüßt, doch mal wieder einen Lauf in Holland zu absolvieren? Und dann so eine geringe Beteiligung, schade.

Nach gut 5 Stunden Anfahrt sind wir bereits schon am Donnerstagabend gegen 20:00 Uhr in dem extra für die Teilnehmer der Retro-Rallye eingerichteten Service-Bereich in Veghel eingetroffen. Zu dem Zeitpunkt waren wir noch das einzige Team im Camp und hatten daher auch eine sehr ruhige Nacht.

Am Freitagmorgen füllte sich der Platz dann recht schnell mit den übrigen Teilnehmern der Retro-Rallye. Die Teams der Bestzeit-Fahrer, immerhin 105, waren auf einem anderen Platz untergebracht, sodass es in unserem Service-Bereich doch relativ ruhig zuging. Da alle Teams dort versammelt waren, wurde nach dem unkomplizierten Einbau des GPS-Rallye-Systems dort auch gleich kurzerhand die technische Abnahme durchgeführt. Zur Dokumenten-Abnahme mussten wir ca. 15 km nach Son fahren, wo sowohl das Rallye-Zentrum, als auch die Start-/Zielrampe waren.

Nach der ebenfalls unkomplizierten Dokumenten-Abnahme, die von Jan Harmsen, zusammen mit Cristina betreut wurde, haben wir uns dann, gemeinsam mit dem Team Görke, zum Abfahren der Strecke auf den Weg gemacht. Sehr gespannt waren wir natürlich auf die WP in der Militär-Kaserne, denn dafür mussten wir uns ja im Vorfeld, nach einer Video-Einweisung extra registrieren lassen, um diese überhaupt befahren zu können. Wir können dazu nur sagen, dass es für uns, in unserer noch recht kurzen Zeit im Rallye-Retro-Sport, sicherlich eine der abwechslungsreichsten und spannendsten WP´s überhaupt war. Es war wirklich von allem etwas geboten: schnelle kurvenreiche Asphaltstrecken, schnelle Geraden (wo man besonders den Tacho, bzw. den Rallye-Safe im Auge behalten musste, um nicht die vorgeschrieben Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h zu überschreiten), 30° steile Auf-/Abfahrten, viele 90° und auch 180° Kehren, und das alles in einer Kulisse mit Panzern und anderem schweren Gerät als Wegbegrenzung. Diese WP musste insgesamt 3 mal gefahren werden und wir haben uns riesig darauf gefreut. Die 2. WP ging durch kleine Ortschaften und gefühlt direkt durch die Vorgärten der Anwohner, die uns bereits schon beim Abfahren zugejubelt haben. Insgesamt muss man ohnehin sagen, dass die Holländer wohl noch viel mehr Anteilnahme und Freude an den Rallyes haben, als wir das von unseren Veranstaltungen gewohnt sind.

Die WP 3 war dann eine sehr lange Sand-Etappe, wo wir uns schon gefragte haben, wie diese wohl nach dem Durchgang der Bestzeitler aussehen mag. 

Am Abend haben wir uns dann alle gemeinsam im Hotel zum Abendessen getroffen von wo wir dann allerdings um 23:00 Uhr noch mal zu einer WP der Bestzeitler gefahren sind, die in dieser Nacht bis ca. 02:30 Uhr unterwegs waren. Was wir hier erlebt haben, waren nicht nur begeisterte holländische Zuschauer, die sogar € 10,00 Eintritt zahlen mussten, sondern Fahrer und Fahrzeuge auf WRC-Niveau. Wir wären gerne die ganze Nacht geblieben, mussten aber noch 50km zu unserem Serviceplatz zurückfahren und es stand ja auch ein anstrengender Rallyetag mit rund 80 km WP´s und ca. 250km Verbindungsetappen an. Am nächsten Tag wurde dann gegen 12:00 Uhr die Rallye, wiederum mit großer Beteiligung der Bevölkerung, auf der Startrampe in Son gestartet. Die WP auf dem Militärgelände hat uns das Vergnügen beschert, was wir erwartet hatten und wir haben uns gefreut, diese dreimal fahren zu dürfen. Die WP 2, die zweimal zu absolvieren war, hatte aufgrund der jubelnden Zuschauer ebenso viel Spaß gemacht. Der erste Lauf der Sand-WP wurde, wie schon beim Abfahren vermutet, leider für uns annulliert, da sich hier wohl einige Teilnehmer der Bestzeit festgefahren haben. Nach dem Regrouping und der Bearbeitung dieser WP konnten wir diese im zweiten Durchlauf dann doch noch fahren. Es war wirklich nicht einfach, da es sehr tiefe Fahrspuren gab und man "wie auf Schienen" gefahren ist, aber unser Daimler hat sich hier mit dem entsprechenden Drehmoment locker durchgepflügt.

Trotz der vielen schönen Eindrücke und der abwechslungsreichen WP´s hatte die gesamte Rallye leider ein sehr großes Manko, nämlich die Funktion, bzw. eher Fehlfunktion des eingebauten Rally-Safes, der ja die gesamte Erfassung aller Aktivitäten, wie Höchst-/Durchschnittsgeschwindigkeit, Start-/Zielzeiten, Unfälle, usw. eigenständig, ohne jegliches Zutun des Teams erledigen sollte. Dafür gab es eine "Einsatzzentrale" wo viele Personen an mehreren riesigen Bildschirmen den gesamten Verlauf der Rallye überwachen und die Ergebnisse Digital erfassen können. Erstaunlicherweise läuft dieses System in Holland bei den Höchstgeschwindigkeits-Rallies wohl seit Jahren problemlos und bringt wohl auch eine große Entlastung bei der Auswertung. Bei der Retro-Rallye hat dieses System aber weitestgehend versagt (vielleicht fahren wir zu langsam dafür). Es sind unerklärliche Zeiten zustandekommen, die alle Beteiligten der Retro-Rallye doch recht verwundert haben. Jedes Team hatte den Eindruck, dass die selbst gestoppten Zeiten, manchmal um 6-8 Sekunden über- oder unterschritten wurden. Wo der Fehler hier genau war, ist aus unserer Sicht nur schwer zu sagen. Wir würden einfach mal sagen: "die Technik war schuld".

 

Die Ele-Retro-Rallye hat aufgrund der tollen WP´s, der begeisterten Zuschauer und der umfangreichen Organisation, besonders durch Jan Harmsen, sicherlich eine zweite Chance natürlich auch als Wertungslauf im HRC verdient, aber unter der dringenden Voraussetzung dass die Zeiten auf herkömmlicher Basis, mit Lichtschranken-Messung erfolgen. Dann wären wir sicherlich auch gerne wieder dabei und würden uns natürlich freuen, wenn die Beteiligung der HRC-Mitglieder diesem Aufwand gegenüber angemessen wäre.    

             

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Christian Görke & Marion Görke 

Bei Nachbarn zu Gast

 

Als Jan uns beim Champions-Day die ELE-Rallye vorstellte, wurden Erinnerungen an die Euregio-Rallye wach, die wir früher im HRC schon öfter gefahren sind. Von dort wissen wir, dass unsere holländischen Freunde tolle Rallyes veranstalten können und deshalb war die Vorfreude auf dieses Rallye-Wochenende besonders groß. Wir hatten uns den Freitag frei genommen, sodass wir schon zur Mittagszeit auf dem Serviceplatz abladen konnten und zur Papierabnahme ins Rallye-Zentrum fahren konnten. Dort haben uns dann Cristina und Jan in Empfang genommen und uns in die letzten Details eingewiesen. Es gab eine App für die Besichtigung wie übrigens die ganze Veranstaltung maximal Online ablief. Elektronischer Rallye-Save, Online Fahrerbesprechung und Bulletins, Startzeiten und aktuelle Infos, alles ging Online.

Aber es gab noch ein Bordbuch in Papier und nachdem sind Claus-Peter mit Michel und wir dann zusammen auf die Besichtigungsrunde gegangen. Pünktlich um 16.00Uhr konnten wir dann auf das Militärgelände einfahren, auf dem die erste, die vierte und die siebte Wertungsprüfung gefahren wird. Die WP war bis auf die Durchgangskontrolle schon komplett ausgeschildert und die Routenführung durch aufgestellte Container, LKW´s und Panzer zwangsweise vorgegeben. Und was für eine WP: 30° Schrägfahrten, 30° Steigungen und Gefälle, sage und schreibe 12x 180° Kurven hintereinander, Kurven und Kreisverkehre in allen Radien von 1-5 und das alles auf 12 Kilometer allerbestem Asphalt. Einer der schönsten und anspruchsvollsten WP´s, die ich jemals gefahren bin. Offen blieb nur, wo denn die geplante Durchgangskontrolle nach 7 Minuten war, aber das sollte sich noch später Klären.

Die WP2 war dann ein Rundkurs, der durch mehrere Siedlungen ging, direkt an den Gartenzäunen vorbei, bei uns fast undenkbar. Leider war diese WP noch garnicht ausgeschildert, weshalb wir die WP-Strecke teilweise "suchen" mussten und genau das sollte uns in der WP2 zum Verhängnis werden, weil ich mir die Ausfahrt aus dem Rundkurs nicht genau eingeprägt habe. Ansonsten war auch diese WP sehr selektiv mit vielen Wechselkurven und so schnell, dass wir an der einen uns anderen Stelle auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 110km/h werden achten müssen.

Die WP3 war mit 60% Sand beschrieben und genau dieses hat diese WP geprägt. Kurze Asphaltstücke wechselten sich mit langen Sandpassagen ab, die teilweise durch enge Buschpassagen und dunkle Wälder hindurch gingen. Da vor uns 120 Bestzeitler über diese Sandstrecken toben würden war uns eigentlich klar, dass es hier morgen etwas anders aussieht wie jetzt bei der Besichtigung. Deshalb haben wir bei einigen tiefen Sandlöcher schon im Schrieb aufgenommen "tiefe Wellen", ohne genau zu wissen wie sich die Strecke entwickeln würde.

Da die technische Abnahme erst für Samstagmorgen angesagt war, konnten wir uns mit Jan, Cristina und den anderen zum Abendessen im HRC-Hotel verabreden und dort die hervorragende Küche des Hotels geniessen. Dort konnten wir auch noch mit Jan die Position der Durchgangkontrolle in der WP1 klären und Jan berichtete davon, wie groß der Aufwand für Ihn war, diese 1. Sollzeitrallye im Rahmen der traditionellen ELE-Rallye zu organisieren. Dafür hier an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Jan, dass Er uns dieses tolle Rallye-Wochenende ermöglicht hat.

Samstagmorgen stand dann die technische Abnahme an und der Einbau des Rallye-Safes. Beides fand direkt im für uns Retros eingerichteten Fahrerlager statt, ohne Wartezeiten und Lauferei, einfach perfekt. Auch die ZK war direkt im Fahrerlager, sodass wir bis zur letzten Minute unsere Benzingespräche führen konnten und uns um unsere Fahrzeuge kümmern. Hektik kam nochmal auf, als es hieß, dass auf den WP2 und 3 geheime Durchgangskontrollen eingerichtet werden. Hierrüber wurde dann intensiv diskutiert und schlußendlich dann doch darauf verzichtet, weil wir schlüssig darstellen konnten, dass der Rallye-Safe keine Kontrolle der Durchschnittszeiten zuläßt. 

Gegen Mittag ging es dann endlich los und nach einem Rampenstart in der Innenstadt ging es dann zur WP1. Kaum dass wir auf der Verbindungsetappe waren klingelte das Telefon und Cristina berichtete von einer Autobahnsperrung und hat uns eine Umleitungsstrecke über den Flughafen Eindhofen durchgegeben, die wir dann mit Marions Orientierungssinn und Google Maps auch problemlos gefunden haben. Als wir dann vor der WP1 standen , habe wir mit Erstaunen festgestellt, dass am Start ein gelbes und ein rotes Zielschild in den Volvo von Henny verladen wurde und wir haben darüber gewitzelt, dass unsere Startnummer 1 tatsächlich noch die Durchgangskontrolle aufbaut. Und tatsächlich: Henny ist an die DK hin gefahren, hat die Schilder aufgestellt und ist dann weiter gefahren, eine stolze Leistung, denn wie wir feststellen mussten, waren alle WP-Sollzeiten so knapp kalkuliert, dass wir am gelben Schild nur etwas mehr als 30 Sekunden Standzeit hatten, also Trödeln war nicht, sondern volle Attake. Und so sind wir dann auch in die WP gestartet, jede Menge Kurven und besonders die 30° steilen Anstiege waren ein echtes Highlite. Wenn man denn so gen Himmel fährt sieht man von der Strecke nichts mehr, nur noch die Baumwipfel links und rechts. Direkt oben auf dem Berg gab es dann eine R2 und eine extrem tiefe Welle, um dann im Anschluß wieder steil bergab zu fahren. Das ging nur mit angemessener Geschwindigkeit, zu schnell hätte man sich im Wipfel der Bäume wiedergefunden. Als wir dann zu der angesagten Durchgangskontrolle gekommen sind, haben wir das gelbe Schild gesehen, aber von einem Roten war nichts zu sehen. Sollte sich die Zeitkontrolle erst hinter der vor uns liegenden 180° Kurve befinden? Es sollte ja auch noch einen Stempel geben. Macht das der Streckenposten dort mit der gelben Weste? Wir hatten ja noch einige Sekunden, um uns die richtige Lösung auszudenken. Claus-Peter hat mit seinem Mercedes die Lösungsmöglichkeit des Postens genommen, aber der war vollkommen überrascht und Ahnungslos, sodass sich der Benz ohne Stempel auf den Weg zu den restlichen 5 Minuten machte. Claus-Peter war schon weg als wir kamen, sodass wir von seiner Suche nach der richtigen Lösung nichts mitbekommen haben. als wir am gelben Schild standen, ist Marion dann aufgefallen, dass vor dem gelben Schild vor einem Verkehrsschild ein Schild im hohen Gras lag und daraus haben wir dann unsere Lösung gebastelt, dass ja das rote Schild an dem Verkehrsschild angelegt war und einfach nur umgefallen ist. Und Bingo, das Verkehrsschild war die Durchgangskontrolle und einen Kontrollstempel gab es auch keinen. Als weiter mit der wilden Fahrt, es galt noch die letzten 5 Minuten Fahrzeit zu geniessen. Am Ziel hat dann der Rallye-Safe gemeldet, dass wir jetzt wohl offensichtlich einen Unfall haben, weil wir ja mitten auf der Strecke angehalten haben. Da wir ja ohne Startlichtschranke auf die volle Minute gestartet waren, haben wir die Ziellichtschranke gefühlt richtig gut getroffen und waren dann baß erstaunt, dass wir einige Sekunden daneben lagen, was wir uns nun überhaupt nicht erklären konnten. Aber egal, weiter ging es zur WP2.

Die WP2 war dann ein Rundkurs mit einer Runde plus Ausfahrt. Der Streckenverlauf war sehr selektiv, enge Kurven, schnelle Passagen, Aufpassen nicht über 110km/k schnell zu werden und wir waren richtig gut im Fluß, als ich dann an der Ausfahrt einen verhängnisvollen Fehler gemacht habe. Obwohl Marion die 400 angesagt hatte, bin ich im Eifer des Gefechtes in die Ausfahrt rein gefahren, weil es irgendwie richtig ausgesehen hat, aber leider komplett falsch war. Damit hatten wir dann schon in der 2. WP eine gute Platzierung weggeworfen, aber egal, der Tag lag ja noch vor uns. Wir warteten dann mit ausreichend Abstand am gelben Schild und Henny mit Jan seinem Volo 242 ist dann auch gleich durchgefahren zum Ziel. Dann kam Claus-Peter und hat sich gewundert, dass wir schon da standen und habe mich dann hinter den Benz gestellt, um unsere Sollzeit abzuwarten. Und wie wir dann da so am gelben Schild standen kam ein Streckenposten auf uns zu und forderte uns mit wilden Winkbewegungen dazu auf weiter zu fahren. Dazu rief Er immer wieder "Annulie", sodass wir vollkommen verunsichert waren was jetzt zu tun ist und haben uns dann typisch deutsch dazu hinreissen lassen, den Anweisungen des Streckenpostens zu folgen und sind über die Ziellinie zum Stop-Schild gefahren. Für den Benz waren es dann einige Strafsekunden für uns eine Minute, die aber ja keine Rolle spielte, weil wir ja sowieso eine Runde zu wenig gefahren waren. 120 Strafsekunden hat man uns dann für meine Dummheit aufgebrummt. Der holländische Kollege hinter uns hat dann den unwissenden Streckenposten aufgeklärt, dass wir alle am gelben Schild anhalten werden, denn der Posten war leider nicht eingewiesen und wollte nur die Strecke freimachen für die nachfolgenden Fahrzeuge. Ich habe das dann gleich an Crista gemeldet und Jan hat innerhalb einer Minute eine klärende Nachricht an alle Streckenposten geschickt und tatsächlich hat das dann für den Rest der Rallye auch gut funktioniert.

Als wir zur WP3 kamen, stand dann noch das gesamte Bestzeitfeld der Historischen am Start, weil sich soviele Teilnehmer auf den Sandstücken festgefahren hatten, dass die WP neutralisiert werden musste. Es machten dann auch gleich Bilder von der Strecke die Runde, wo man erkennen konnte, dass mehrere Fahrzeuge in total ausgefahrenen Spurrillen feststeckten. Also 2 mal links und dann runter von der WP und wieder mit Google Maps und einer Alternativroute aus dem Bordbuch zum Regrouping in einem großen Einkaufszentrum mit vielen Zuschauern. Durch die Streckensperrung und der Umleitung kam es dann zu der Situation, dass sich die historischen Bestzeitler mit uns Retros vermischt haben, aber irgenwie hat uns der Veranstalter wieder entmischt, bevor es auf die 2. Etappe ging. Danach hatten wir dann 30 Minuten Servicezeit, bevor es wieder zum Militärgelände ging.

Da wir jetzt ja wussten, wie knapp die Sollzeit kalkuliert war, sind wir sofort mit allen 60 Pferden des Honda in die WP4 losgestürmt und hatten super viel Spaß in der Prüfung. Tatsächlich stand jetzt auch das rote Schild angelehnt am Verkehrsschild, so wie wir uns das im ersten Durchlauf gedacht hatten. Das der Abstand zwischen gelb und rot nur 5 Meter waren, ist sicherlich dem geschuldet, dass Henny in der WP1 nicht mehr Zeit hatte die Schilder aufzustellen. Die restlichen 5 Minuten haben dann wieder fehlerfrei funktioniert und an der Lichtschranke dann wieder eine Abweichung die gefühlt einfach nicht sein konnte. Aber was solls, wir hatten eh nichts mehr zu gewinnen.

In der WP5 war jetzt an der Ausfahrt tatsächlich auch ein Schild aufgestellt, 1 gerade, 2 abbiegen. Diemal haben wir es dann hinbekommen und konnten die Prüfung fehlerfrei geniessen. Da wir hier auch eine Startlichtschranke hatten, waren wir uns an der Ziellichtschranke eigentlich sicher, dass wir Diese richtig gut getroffen hatten. Aber tatsächlich haben wir eine Abweichung angezeigt bekommen, da hätte ich noch eine Runde um die Lichtschranke herum fahren können. Spätestens jetzt haben wir kapiert, dass die Sache mit dem Rallye-Safe irgendwo bei uns Sollzeitfahrern einen Fehler hat, der die Zeiten zu einem Glücksspiel macht aber nicht der real gefahrenen Zeit entspricht. Die Erfahrungen von Claus-Peter und Michel haben unsere Vermutung dann leider nur noch untermauert.

Auf dem Weg zur Sand-WP6 haben wir dann spekuliert, ob die WP jetzt tatsächlich gefahren wird, oder wie beim ersten Durchlauf wegen steckengebliebenen Teilnehmern wieder annuliert wird. Aber als wir zum Start kamen standen dort zwar noch alle Retros, aber es wurde gefahren. Schon nach der ersten Kurve ging es in den Sand und schon da wurde klar, dass diese WP kein Zuckerschlecken wird. Die Fahrspur war tief ausgefahren und es galt nun den Kompromiss zwischen zu langsam und Steckenbleiben und zu schnell und seitlich ausgeworfen zu werden zu finden. Wir haben ein gutes Tempo gefunden und sind zügig durch den Sand gesurft. Unsere montierten Schotterreifen waren bisher auf dem feinen Aspalt eher die falsche Wahl, aber jetzt waren sie genau richtig und haben uns sicher durch den Tiefsand getragen. Am Ziel hatten wir dann wieder eine unerklärliche Abweichung von unserer gefühlten Sollzeit, aber das war jetzt auch nicht mehr wichtig.

Auf dem Weg zur WP 7 ging es noch einmal zum Regroüping, dann zum Service und noch einmal über die Zielrampe, um den zahlreichen Zuschauern noch einmal das Starterfeld zu präsentieren. Jetzt konnten wir noch einmal das Militärgelände geniessen und waren gefühlt noch schneller als in den ersten beiden Durchgängen. Die Lichtschrankenzeit war gefühlt wieder geschätz, aber wir hatten diesen anspruchsvollen Rallyetag bis auf den einen Fehler gut gemeistert. Zum Abschluß gabe es noch einen Parc-Ferme, wo der Veranstalter uns verbliebenen 8 Teilnehmern in Ergebnisreihenfolge sortieren wollte, sodass der Gewinner als Letzter über die Zielrampe fährt, um auch gleich gebührend geehrt zu werden. Also warteten wir voller Spannung, wer denn nun gewonnen haben mag und als die Ergebnisse bekannt gegeben wurden haben wir nicht schlecht gestaunt. Die Teams, die in der WP6 Ihre Sollzeiten weit überschritten hatten, waren auf einmal vorne. Der Veranstalter hatte wegen der schlechten Streckenverhältnisse angenommen, dass die Teilnehmer die mehr als 3 Minuten über der Sollzeit ins Ziel gekommen sind, wohl steckengeblieben sind und deshalb der Gerechtigkeit wegen die Abweichung auf der WP5 noch einmal für die WP6 bekamen. Damit wurden alle, die mit Volldampf durch den Sand gepflügt waren nicht für die mutige Fahrt belohnt, sondern diejenigen die Ihre Fahrzeuge geschont haben und entsprechend langsamer die WP6 angegangen waren. Claus-Peter und Michel belegten den 4 Platz im Gesamt und den ersten Platz in seiner Klasse der homologierten Fahrzeuge und wir haben uns auf dem 6. Gesamtplatz wiedergefunden. Da wir uns aber alle einig waren, dass die gewerteten WP-Zeiten sowieso nicht den tatsächlich gefahrenen Zeiten entsprachen, haben wir den Siegern gratuliert und sind noch einmal zur Siegerehrung über die Zielrampe gefahren. Cristina hat uns noch einmal in Empfang genommen und alle Teilnehmer vor der Rampe ordentlich einsortiert. Der Marktplatz war auch kurz vor Mitternacht noch gut mit Zuschauern gefüllt und wir konnten uns noch eine ordentliche Portion Beifall abholen. Noch einige Fotos aller Teilnehmer und wir machten uns auf den Weg zu einem weiteren Regrouping, um die Rallye-Safes wieder auszubauen und dann ab zum Serviceplatz in der Hoffnung, dass wir in dem benachbarten Einkaufszentrum noch was zu Essen bekommen. Tatsächlich konnten wir dann den gelungenen Rallyetag noch bei Frikandel und Fritten ausklingen lassen, bevor wir dann gegen 02.00Uhr wieder im Hotel waren. Es war ein aufregender und herausfordernder Rallyetag, den wir gerne nächstes Jahr wiederholen würden, allerdings mit der gewohnten Lichtschrankenmessung, damit auch die sportliche Seite für uns Sollzeitfahrer passt.

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Christa Wegner

Eine solche Veranstaltung mit Sollzeiten wurde dort noch nicht ausgerichtet und ein Regelwerk gab es vorher also auch nicht. Das wird also eine spannende Veranstaltung werden. Jan Harmsen hat in monatelanger Arbeit eine Art Regelwerk auf die Beine gestellt, die auch der KNAF (dem niederländischem DMSB) am Ende absegnen musste. Im Vorfeld gab es also ganz viel Papierkram.

Jan Harmsen hat mich als Fahrerverbindungsposten eingesetzt. Meine Aufgabe war es also zwischen dem Orga-Büro und unseren Startern zu vermitteln. Dass das mit meinen nicht vorhandenen Niederländisch- und meinem mickerigen Englisch-Kenntnissen eine Herausforderung werden würde, hab ich befürchtet.

Freitag morgen bin ich also Richtung Eindhoven aufgebrochen. Nach knapp 2,5 Stunden bin ich in „Son en Breugel“am Rallyezentrum angekommen. Der erste Eindruck war schon überwältigend. Mitten auf dem Markplatz wurde die Start-Ziel-Rampe aufgebaut. Direkt unter dem Glockenturm. Das Gebäude war eine alte umgebaute Kirche und wird heute als Gemeindezentrum genutzt. Unten ist eine kleine Bar untergebracht und mittendrin ist die Stadtbücherei. Im Obergeschoss waren für uns zwei Büroräume eingerichtet. In dem größeren Raum waren 3 große Bildschirme aufgebaut.

Jedes Rallyeauto wurde mit einem Rally-Safe ausgestattet. Das ist ein elektronischer GPS Sender. Mit diesen Rallye-Safe hatten wir alle Autos auf den Bildschirmen im Blick. Dieser Rallye-Safe hat auch die Geschwindigkeit übermittelt. Den Fahrern wurde auferlegt während der WP´s nicht schneller als 110 kmh zu fahren.

Ich hab mir also erstmal einen Überblick verschafft und wurde von dem gesamten Orga-Team offen und freundlich aufgenommen. Dass ich kein Niederländisch spreche war überhaupt kein Problem. Nach einer kleinen Kaffeepause ging es für uns auch schon los.

Erstmal die Zugangsdaten in der Spotity-App aktualisieren. (Die App hatte ich schon auf dem Handy, da ein deutscher Veranstalter diese auch schon genutzt hat). In dieser App stellt der Veranstalter alle Bulletins, Zeiten und sonstige Infos online, sodass jeder Fahrer zeitnah die Infos erhält. Blöd für uns nur wenn die Sachen alle auf niederländisch geschrieben werden und sich Christian und Peter mehr oder weniger den Sinn darin erahnen mussten.

Die KNAF wollte von unseren Wagen Fahrzeugpässe haben. Diese hab ich Jan dann gegeben. Mit viel Liebe und Arbeit haben wir diese im Vorfeld gemacht. Zack, wurden Sie gelocht und abgeheftet. 

In dem kleineren Orgabüro stand eine Regalwand mit gefühlt 40 Kunststoffboxen. Jede hübsch beschriftet für wen der Inhalt darin und was darin enthalten ist. Da war auch eine für mich dabei. Warnweste, Veranstaltungsbändchen für das Handgelenk, Schlüsselband mit Ausweis, Orga-Schild für mein Auto und ganz viel Papierkram.

Auf los gehts los.

Das Roadbook war für die Bestzeitler geschrieben worden. Da wir aber einige WP´s nicht fahren, mussten also kurzfristig einige Seiten neu geschrieben und auch verteilt werden. In der Zwischenzeit war auch ein deutschsprachiger Orgamensch eingetroffen, der die Änderungen auch auf deutsch übersetzt hat. Direkt danach ging es für mich zum 20 Minuten entfernten Serviceplatz. Ich hab dort Erste-Hilfe Herzschockgeräte verteilt. Dort konnte ich mir auch ein Bild von der allgemeinen Stimmung verschaffen. Die Stimmung war locker uns ausgelassen und alle waren voller Vorfreude auf die Rallye nach dem ganzen Papierkrieg und dem Kabelziehen in den Wagen. Wir sind die ganzen Änderungen also zusammen durch gegangen.

Und dann ging es für die Fahrer auch schon zum Abfahren und für mich wieder zurück ins Rallyebüro.

Abends haben wir uns alle zum Abendessen im Hotel zu einem gemütlichen Abend getroffen.

Am Samstagmorgen war technische Abnahme unweit des Servicegeländes angedacht. Daraus wurde aber nichts. Der Aart Ploeg hat diese direkt im Sercivepark gemacht. Das ging zack zack. Peter (der im Servicepark mit seinem Camper übernachtet hat) war etwas erstaunt, dass er die Abnahme seines Mercedes fast nicht mitbekommen hat. Die Rallye-Safes wurden verbaut und eingeschaltet.

Für mich ging es wieder ins Orga-Büro welches auch schon voller Leben war. Mindestens 8 Menschen saßen ununterbrochen vor den riesigen Bildschirmen plus Laptop um alles zu überwachen. Dieser Aufwand war echt erstaunlich.

Im Startpark durfte ich den Teams mitteilen, dass in der ersten WP die zwischendrin liegende Zeitkontrolle evtl. Nicht besetzt sein wird. Keiner wusste ob das gelbe Schild dort aufgebaut wurde und ob dort ein Mensch sitzt aber die Entfernung vom Start war klar. Es sollte also spannend werden.

Die ersten Wagen starteten, dann die Info, dass die Autobahnabfahrt gesperrt ist. Hab mir die Umleitung erklären lassen und dann direkt Christian und Peter angerufen, die schon unterwegs waren. Nachdem alle Retro-Starter durch waren ging es zurück an die Bildschirme und siehe da, alle Starter haben den Weg zum Start der ersten WP gefunden. Ein Rallye-Safe bewegte sich gefühlt zwei Minuten nicht von der Stelle. Jan hat ihn angerufen um zu erfragen was da los ist. „Anlasserprobleme - wir kommen aber klar“

Drei Minuten später der erste „Feueralarm“ bei einem Wagen. Alles was auf den großen Bildschirmen gezeigt wurde sah man auch auf den jeweiligen Laptops. Die Dame mit der passenden WP auf ihrem Laptop brauchte zwei Mausklicks um den Fahrer des Wagens anzurufen. „ Nix brennt hier, die Zeitnahmedame ist wohl beim reinbücken durchs Fenster auf einen Knopf gekommen“ (Gefühlt gab es am ganzen Tag 15 von diesen Fehlalarmen).

Nach WP1 hat mich Christian angerufen. „Du sag mal, kann es sein dass die Zeitnehmer hier nicht wissen was wir hier machen? Die haben uns noch vor Ablauf unserer Sollzeit durch die Lichtschranke gewunken. Und zwar nicht nett angewunken sondern sehr penetrant. Wir sind davon ausgegangen dass etwas passiert wäre und sind dem gefolgt. Sollzeiten also für den A…..

Jan hat direkt eine Mail an alle Zeitnehmer geschrieben, dass wir an den Ziellichtschranken unser eigenes Süppchen machen und sie uns bitte nicht dazwischen funken sollen.

Über den ganzen Tag verteilt haben wir uns hinter den Bildschirmen gefragt wie die schlechten Sollzeiten zustande kamen. Wir hatten keine richtige Erklärung außer dass sich einige Teams im Sand festgefahren haben. Die Orgamenschen sind dann so verblieben, dass jeder der über 2 Minuten über der Sollzeit war, aus den bisherig gefahrenen WP´s die schlechteste Sollzeit bekommt. (War im Nachhinein nicht die beste Entscheidung). Bei Zielankunft durfte ich die Wagen erstmal in die Richtige Reihenfolge stellen. Dann ging es durch die Zielrampe.

Ich persönlich fand es sehr schön, dass alle Fotografiert wurden und es am Ende einige schöne Gruppenfotos gab ( inkl. Sektdusche).

Alles in Allem ist aus Veranstaltersicht die Rallye ein voller Erfolg gewesen.

Dass so viele Teams kurzfristig abgesagt haben war sehr ärgerlich aber nunmal nicht zu ändern.

Wenn wir diese Veranstaltung nächstes Jahr wieder fahren, wird sich einiges an der Zeitnahme ändern. Aber wie gesagt, wir haben das mehr oder weniger als Test gesehen. 

Auch wenn ich von der eigentlichen Veranstaltung nicht viel mitbekommen habe, hatte ich ein wirklich schönes und interessantes Wochenende und konnte viele tolle Menschen kennenlernen.

 

Ich freue mich auf nächstes Jahr!

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Jan Harmsen

Hallo Retro-Rallye-Fahrer

 

Ich möchte mich im Namen der „Euregio Autosport Organisation“ für das Vertrauen, das Ihr uns mit der Teilnahme an der 1. ELE Retro Rally entgegengebracht habt recht herzlich bedanken. Durch Eure Teilnahme und die angenehme Zusammenarbeit habt Ihr erheblich zum Gelingen des Wettbewerbs beigertragen.

Bei der anschließenden Besprechung gab es eigentlich nur einen Kommentar: „Rally Safe ist nicht für den Retro-Rallysport geeignet“

Zu große Abweichung in den Zeiten und eigentlich ein Wunschversuch, es so zu gestalten, dass wir auf dem „elektronischen Auge“ fahren können, dann werden die Zeitabweichungen nach unten fliegen.

Ich möchte Euch danken, dass es bei uns zu keinen Verstößen gegen die Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h gekommen ist. Ihr habt Euch als Teilnehmer vorbildlich verhalten.

Ich möchte mich noch einmal bei allen Teilnehmern im Ziel und denen, die es aus dem einen oder anderen Grund nicht ins Ziel geschafft haben, für Euren Einsatz und die sehr angenehme Zusammenarbeit während der 1. ELE Retro Rally bedanken.

 

Ankündigung der Euregio Autosport Organisation.

Wir haben alle Dokumente aus der Akte entfernt, mit Ausnahme des Anmeldeformulars, auf dem Eure persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzgesetzes aufgeführt sind. Die Papierversion wurde geschreddert und vernichtet.

 

Sollte es in den kommenden Monaten Neuigkeiten geben, ob im nächsten Jahr wieder eine ELE Retro Rally stattfinden wird, werdet Ihr dies als Erster erfahren.

 

Bleibt noch, Euch einen schönen Sommer zu wünschen und wenn Ihr irgendwo Rennen fahrt: „bleibt immer auf der Straße“

 

Euer

 

Jan Harmsen

Euregio Autosport Organisation

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